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Blinde Passagiere auf Bootstransporten

Wenn Freizeitboote über Land transportiert werden, fahren, am Rumpf festgeklebt, oft Zebra­muscheln mit. Die erst 1960 in die Schweiz eingewanderten Fremdlinge werden so in weitere Gewässer verschleppt. Eine Studie der Eawag zeigt die Transportrouten auf und nennt Vorsichtsmassnahmen, welche die Invasion zumindest verlangsamen könnten. Erstmals wurde im Rhein in Basel jetzt auch die Quagga-Muschel nachgewiesen. Noch ist sie (wahrscheinlich) nicht in den 3 Seen angekommen.

Mehr Informationen im fact sheet der Eawag, des Wasserforschungsinstituts des ETH-Bereichs.

Freitzeitboot-Transporte verbreiten gebietsfremde Arten in Gewässern [PDF]

 

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Murtensee: Wasserqualität und ökologischer Zustand der Ufer

Die Wasserqualität des Murtensees wird regelmässig untersucht, aber auch die Diversität der Kleintiere, welche im Sediment am Grund des Sees leben. Neuste Untersuchungen lassen auf erste Verbesserungen der Sedimentqualität schliessen. Ein Gesundungsprozess, der aber noch Jahre brauchen wird.

Das ökologische Monitoring der Ufer zeigt den hohen ökologischen Stellenwert dieser Pufferzone zwischen Land und Wasser auf. Die Vielfalt und das Zusammenspiel der Wasserpflanzen, der Kleinlebewesen und Fische macht den Uferlebensraum zu einer für den See äusserst wichtigen aber auch sensiblen Zone. Es lohnt sich, dafür Sorge zu tragen!

Berichte auf www.vd.ch (en français)

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Ohne Plankton läuft gar nichts!

Mikroskopisch kleine Algen bilden die Grundlage für ein komplexes Nahrungsnetz im See und beeinflussen massgebend die Licht und Sauerstoffverhältnisse. Die Planktonorganismen sind aber nicht nur wichtig für viele Prozesse im See. Langfristig erhobene Datenreihen widerspiegeln auch die Veränderungen im Einzugsgebiet und die getroffenen Gewässerschutzmassnahmen. Im Fachbericht Phyto- und Crustaceenplankton 2009 sind die Daten im Detail aufgeführt und interpretiert. In der zweisprachigen und reich illustrierten Broschüre winzig aber wichtig zeigen wir Ihnen auch die faszinierende Formenvielfalt und Schönheit des Seeplanktons.

Sie können die Broschüre hier ansehen

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Entwarnung auf dem Bielersee – keine Gewässerverschmutzung

Am Wochenende vom 11./12. September 2010 stellten Anwohner und Bootsfahrer auf dem Bielersee vor Le Landeron eine ausgedehnte rostbraune Verschmutzung fest.

Auf einer Länge von rund 500 m entlang des Ufers hatte sich das Wasser stark verfärbt. Die herbeigerufene Seepolizei hat unter Absprache mit dem Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern Wasserproben entnommen und im Gewässer- und Bodenschutzlabor analysieren lassen.

Von dort kam gestern die Entwarnung: Es handelt sich um ein natürliches Phänomen und nicht um eine von Menschen verursachte Gewässerverschmutzung. Die starke Färbung des Seewassers stammt von einer örtlich begrenzten Algenblüte der Gattung Peridinium. Diese Alge weist verschiedene Entwicklungsstadien auf und kann dabei nach einer sesshaften Phase am Seegrund schlagartig in ein schwimmfähiges Stadium übergehen. Dort manifestieren sich die zig-Milliarden winzigen Algen als bräunlichen, unansehnlichen Teppich auf der Wasseroberfläche.

Die Algenblüte kann über mehrere Tage bestehen bleiben, gilt aber für Mensch und Tier als harmlos.

Grossflächige rostbraune Verfärbung im Uferbereich vor Le Landeron. Foto: Police BE

Massenvorkommen der Algengruppe Peridinium sp., Vergrösserung 200x. Foto: GBL

Links

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Planktonbericht 2009

Bericht über die Entwicklung des Planktons in den Berner- und Jurarand- Seen
Seit Ende der 1990er- Jahre koordinieren die drei Kantone Freiburg, Neuenburg und Bern ihre Untersuchungsprogramme für den Murten-, Neuenburger- und Bielersee. Diese Zusammenarbeit ermöglicht auch vergleichbare Auswertungen von Daten aus dem Brienzer- und Thunersee, welche Teile des Bielersee-Einzugsgebietes sind. Im Rahmen der langfristigen Seeüberwachung wird auch das Plankton, als wichtigste Grundlage für das Nahrungsnetz im Seeökosystem, regelmässig untersucht. Der Zustand der Seen hat sich durch den Ausbau und die Optimierung in der Siedlungsentwässerung während der letzten Jahrzehnte verbessert. Die ausgewerteten Daten zeigen, dass das Plankton auf diese Änderungen reagiert hat, wenn auch unterschiedlich und nicht in allen Seen gleich stark.

Mehr dazu….

Messen wir richtig?

Die an der Überwachung der drei Juraseen beteiligten kantonalen Gewässerschutzlabors sind nach der Norm ISO/EN 17025 akkredidiert. Das Qualitätsmanagementsystem stellt u.a. sicher, dass die Probenahmen korrekt erfolgen und die Messresultate stimmen. Auch die mit unserer Seesonde aufgenommenen Tiefenprofile unterliegen der Qualitätssicherung. Während Wasserproben im Labor mit verschiedenen Methoden und mit Hilfe von Referenzlösungen sehr genau analysiert werden können, sind die in situ und in grösseren Wassertiefen gemessenen Werte nicht so einfach zu überprüfen. Hier helfen Vergleichsmessungen mit verschiedenen, unabhängig von einander funktionierenden Seesonden.

Am 31.8.06 fand auf dem Bodensee eine internationale Kampagne zur Überprüfung dieser Messgeräte statt. Um vergleichbare Daten zu erhalten, wurden hochauflösende Tiefenprofile gleichzeitig mit mehreren im voraus kalibrierten Seesonden aufgezeichnet. Die Resultate erlauben eine Aussage über die Genauigkeit der unterschiedlichen Sensoren und die Streuung der Messwerte. Die für unsere Seeüberwachung eingesetzte Seesonde Seabird SBE-19 lieferte dabei sehr gute Resultate.

Die Abweichungen gegenüber den Mittelwerten bei sämtlichen gemessenen Parameter war gering und bestätigte unsere Behauptung:

Wir messen meistens richtig! 😉

Die Seen brauchen die Kälte

Die lang anhaltende, stabile Inversionslage mit Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt hat im Dezember und Januar das Seewasser abgekühlt. Auch die 3 Jurarandseen haben von dieser Wetterlage profitiert und so wieder Sauerstoff getankt. Während der Neuenburgersee bereits Mitte Januar bis auf den Grund zirkuliert hat, fehlen dem Bieler- und Murtensee noch einige Meter bis zur vollständigen Durchmischung.

Wenn die Temperaturen winterlich bleiben und der Wind über die Seen fegt, wird auch das Wasser dieser beiden Seen wieder vollständig mit Sauerstoff gesättigt sein. Durch dieses sich jährlich wiederholende Phänomen kann auch das sauerstoffarme Tiefenwasser des Bieler- und Murtensees ausgetauscht und regeneriert werden.

Hitzesommer 2003: Auswirkungen auf die Seen

Wie war das noch, letzten Sommer? Bereits im Juni erreichten die Seen angenehme Temperaturen und die Badesaison dauerte bis in den September hinein. Bei der langandauernden Hitzeperiode fragten sich aber manche, ob die hohen Wassertemperaturen den Fischen oder Seen schaden würden. In der Zwischenzeit haben die Seen zirkuliert, Sauerstoff getankt und das Wasser ist wieder winterlich kalt. Hat der Sommer 2003 keine Spuren im See hinterlassen?

Während z.B. im Bodensee der Seepegel auf historische Tiefstände sank, war dies in den Jurarandseen dank der Seeregulierung nicht der Fall. Üppiger als sonst dürften sich aber die grösseren Wasserpflanzen entwickelt haben, obwohl dazu keine Daten vorliegen. Die stabilen Wetterlagen und hohen Temperaturen haben auch das Wachstum der mikroskopisch kleinen Algen (des Phytoplanktons) begünstigt. Vor allem im Murtensee haben sich 2003 die Algen stärker ausgebreitet als in den letzten Jahren. Entsprechend schlechter waren in diesem See auch die Sauerstoffbedingungen, da die absterbenden Algen übermässig viel Sauerstoff verbrauchten. Jetzt im Februar 2004 hat der See bis auf den Seegrund zirkuliert und das Wasser ist wieder mit Sauerstoff gesättigt. Im Bielersee entsprach zwar auch letztes Jahr der Sauerstoffgehalt des Tiefenwassers nicht den Anforderungen der Gewässerschutzverordnung, aber eine relevante Verschlechterung gegenüber 2002 ist nicht festzustellen. Der Neuenburgersee reagierte dank seinem grossen Wasservolumen nur wenig auf die hohen Sommertemperaturen.

Profitiert vom warmen Wasser und dem erhöhten Nahrungsangebot haben die Fische. Im Gegensatz zu den hitzegeplagten Flussfischen, fanden die Fische im See zu jeder Zeit Wasserschichten, welche ihnen zusagten. Die Fischer auf den Jurarandseen sind denn auch mit ihren Fängen zufrieden. Der Hitzesommer 2003 hat den Jurarandseen also nicht geschadet! Am meisten aber haben sich die Badgäste über das schöne und warme Wetter gefreut!

Interkalibration auf dem Genfersee

Mit unserer Multiparametersonde zeichnen wir monatlich auf allen Seen hochauflösende Tiefenprofile von Temperatur, Sauerstoff, Leitfähigkeit, pH und Transmission auf. Aber messen wir überhaupt richtig? Zwar wird das Gerät im Rahmen unseres Qualitäts­managementsystems regelmässig geeicht und die Oberflächenmesswerte jedesmal auf jedem See mit unabhängigen Geräten und Methoden kontrolliert. Aber um sicher zu sein, dass wir auch im Tiefenwasser korrekte Daten aufzeichnen, sind parallel gemessene Tiefenprofile notwendig.

Am 11./12.9.03 trafen sich im Thonon am Genfersee Fachleute verschiedener Labors zu Vergleichsmessungen mit ihren Multiparametersonden. An diversen Stellen auf dem See wurden mit sämtlichen Sonden Tiefenprofile aufgezeichnet und die Daten anschliessend miteinander verglichen.

Eine erste Auswertung der Resultate zeigte, dass bei Temperatur, Leitfähigkeit und Transmission eine sehr hohe Übereinstimmung und Genauigkeit besteht. Beim pH und Sauerstoff sind erwartungsgemäss kleinere Unterschiede zwischen den einzelnen Messgeräten festzustellen. Diese bewegen sich aber im kleinen Rahmen und beeinträchtigen die Vergleichbarkeit zwischen den Resultaten nicht.

Badewetter

Die Seen haben angenehme Oberflächentemperaturen erreicht. Springen Sie hinein und geniessen Sie ein erfrischendes Bad! Die Badewasserqualität ist grundsätzlich in allen drei Seen gut. Weitere aktuelle Informationen zum Thema finden  unter BADEN.

Der Bielersee wird hinsichtlich seiner Badewasserqualität seit 2003 nicht mehr überprüft. Die letztjährigen Kontrollen zeigten jedoch, dass die Wasserqualität in sämtlichen untersuchten Naturbädern einwandfrei war.
Kontakt: sekr.kantlab@gef.be.ch.

Viel Vergnügen!

Der Frühling ist gekommen, die Natur erwacht

Der Frühling ist gekommen, die Natur erwacht. Auch im See. Mit der Erwärmung des Wassers vermehren sich auch die Algen rasant. Zu dieser Jahreszeit wird das Phytoplankton von den Kieselalgen (Diatomeen) beherrscht, einer Algengruppe mit fester Schale aus Silizium. Einige in unseren drei Seen häufig auftretende Arten bilden fädige Kolonien von mehreren Millimetern. Sie haben die unangenehme Eigenschaft, an den Fischnetzen hängenzubleiben und sie so für die Fische sichtbar zu machen. Die Folgen können wir uns vorstellen! Die Fischer schätzen denn auch diese kleinen Wunder der Natur kaum.

Was das Baden anbelangt, ist es noch etwas zu früh. Die Wassertemperatur erreicht kaum 10 °C

Jetzt tanken die Seen Sauerstoff

Die tiefen Lufttemperaturen der letzten Wochen haben auch die Wassertemperaturen der Seen absinken lassen. Von der Oberfläche her kühlte sich das Seewasser ab. Die im Herbst noch stabile Schichtung in warmes Oberflächen- und kaltes Tiefenwasser wurde zunehmend schwächer. Die Bise und die jetzt über die ganze Seetiefe annähernd gleiche Wassertemperatur führen zu einer vollständigen Durchmischung der drei Seen.
Zirkulationsströmungen verteilen den Sauerstoff in allen Tiefen gleichmässig. Jetzt kann auch das Tiefenwasser wieder Sauerstoff tanken.

Da im Bieler- und Murtensee im Herbst regelmässig wenig oder gar kein Sauerstoff mehr in den tieferen Wasserschichten vorhanden ist, verhindert das “Durchatmen” im Winter das sich der Seezustand zunehmend verschlechtert. Genügend Sauerstoff am Seegrund bindet Nährstoffe im Sediment und hilft damit, übermässiges Algenwachstum im Sommer zu bremsen. Fische und andere Wasserbewohner können den Seegrund wieder als Lebensraum und für die Fortpflanzung nützen.

Der tiefere Neuenburgersee zirkuliert jetzt ebenfalls über die gesamte Wassertiefe. Obwohl er im Gegensatz zu den beiden anderen Seen auch im Herbst kein Sauerstoffproblem hat, tut ihm die Vollzirkulation gut. Selbst in 150 m Tiefe ist das Wasser des Neuenburgersees jetzt fast vollständig wieder mit Sauerstoff gestättigt.

Die Expo.02 ist vorbei – wir sind noch da!

Die Expo.02 ist Vergangenheit. Die 3 Seen aber beschäftigen uns weiterhin. Auch nach der Landesausstellung informieren wir Sie weiterhin über den Zustand des Murten-, Neuenburger- und Bielersees. Jeden Monat finden Sie hier die neusten Daten über Temperatur, Sauerstoff, Leitfähigkeit und Lichttransmission. Aktuelle Daten über die Wasserchemie und das Plankton werden periodisch aufgeschaltet.