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Entwarnung auf dem Bielersee – keine Gewässerverschmutzung

Am Wochenende vom 11./12. September 2010 stellten Anwohner und Bootsfahrer auf dem Bielersee vor Le Landeron eine ausgedehnte rostbraune Verschmutzung fest.

Auf einer Länge von rund 500 m entlang des Ufers hatte sich das Wasser stark verfärbt. Die herbeigerufene Seepolizei hat unter Absprache mit dem Amt für Wasser und Abfall des Kantons Bern Wasserproben entnommen und im Gewässer- und Bodenschutzlabor analysieren lassen.

Von dort kam gestern die Entwarnung: Es handelt sich um ein natürliches Phänomen und nicht um eine von Menschen verursachte Gewässerverschmutzung. Die starke Färbung des Seewassers stammt von einer örtlich begrenzten Algenblüte der Gattung Peridinium. Diese Alge weist verschiedene Entwicklungsstadien auf und kann dabei nach einer sesshaften Phase am Seegrund schlagartig in ein schwimmfähiges Stadium übergehen. Dort manifestieren sich die zig-Milliarden winzigen Algen als bräunlichen, unansehnlichen Teppich auf der Wasseroberfläche.

Die Algenblüte kann über mehrere Tage bestehen bleiben, gilt aber für Mensch und Tier als harmlos.

Grossflächige rostbraune Verfärbung im Uferbereich vor Le Landeron. Foto: Police BE

Massenvorkommen der Algengruppe Peridinium sp., Vergrösserung 200x. Foto: GBL

Chloridkonzentrationen

Die gemessenen Chloridkonzentrationen in den Seen sind unproblematisch. Chlorid eignet sich sehr gut als Anzeiger für viele menschliche Aktivitäten im Einzugsgebiet. Das Salz stammt aus verschiedensten Quellen: Industrie, Abwasser und dessen Behandlung, Landwirtschaft, Strassenunterhalt, usw… Die Langzeitentwicklung im Murtensee zeigt eine geringfügige Abnahme des Chloridgehalts. Im Neuenburger- und Bielersee dagegen steigt er leicht aber ständig an.

Chloridgehalt 1982-2016

Phosphorgehalt

Der Phosphor als wichtigster Dünger bestimmt das Wachstum der Algen, des Phytoplanktons. Je weniger Phosphor im See vorhanden, desto geringer die Algenproduktion. Das erklärte Ziel des Gewässerschutzes ist denn auch eine höchstens mittlere Algenproduktion. Während der Beobachtungsphase hat der Phosphorgehalt in allen drei Seen kontinuierlich abgenommen. Ein Erfolg der Abwasserbehandlung und des Phosphatverbotes in Waschmitteln.

Phosphorgehalt 1982-2016

Aktuelle Sauerstoffdaten

Ohne Sauerstoff kein Leben, auch im Wasser!

Die Bakterien benötigen ihn zum Abbau der toten Algen. Fehlt der Sauerstoff, verfaulen die Algen und es entstehen giftige Gase (es stinkt nach faulen Eiern).
Das Seejahr beginnt nach den Winterstürmen und der Kälte mit sauerstoffgesättigtem Wasser. Während des Sommers bleibt das warme, leichtere und sauerstoffreiche Wasser an der Oberfläche. In den tieferen Schichten dagegen wird der Sauerstoff langsam aufgezehrt. Aus physikalischen Gründen ist ein Nachschub von der Seeoberfläche her nicht möglich. Die Sauerstoffkonzentration nimmt ständig ab. Dies umso schneller, je mehr Algen abgebaut werden müssen.
Im Frühling sind alle drei Seen sauerstoffgesättigt. Dann entwickeln sie sich aber unterschiedlich. Im Murtensee, mit seiner grossen Algenproduktion, nimmt der Sauerstoff schon ab Mai rasch ab.
Ab Juli ist er über Grund vollständig aufgebraucht. Der Neuenburgersee, mit seiner mächtigen Wassermasse, kennt solche kritischen Situationen nicht. Während des Jahres pendelt die Sauerstoffkonzentration auch in 150 m Tiefe um 10 mg/l. Damit ist die gesetzliche Anforderung, 4 mg/l nie zu unterschreiten, ständig erfüllt. Der Bielersee nimmt eine Mittelstellung ein. Der Sauerstoff wird langsamer aufgebraucht als im Murtensee, fehlt aber regelmässig ab Oktober.

Gelöster Sauerstoff 1m über Grund

Aktuelle Sauerstoffverhältnisse

  Neuenburgersee Juni 2017
» 71.0 KiB | 15.06.2017

  Murtensee Juni 2017
» 103.2 KiB | 14.06.2017

  Bielersee Juni 2017
» 88.3 KiB | 14.06.2017

Sauerstoffverhältnisse vergangener Jahre

  Neuenburgersee 2007-16
» 301.5 KiB | 31.12.2016

  Murtensee 2007-16
» 933.4 KiB | 31.12.2016

  Bielersee 2007-16
» 966.3 KiB | 31.12.2016

Wasserchemie 2007

  Neuchâtel 10.07
» 143.5 KiB | 16.10.2007

  Biel 10.07
» 13.9 KiB | 19.10.2007

  Biel 02.07
» 14.0 KiB | 19.02.2007

  Murten 10.07
» 15.5 KiB | 19.10.2007

  Murten 08.07
» 15.5 KiB | 19.08.2007

  Murten 05.07
» 15.5 KiB | 19.05.2007

  Murten 02.07
» 15.4 KiB | 19.02.2007

  Neuchâtel 10.07
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  Neuchâtel 08.07
» 143.4 KiB | 19.08.2007

  Neuchâtel 04.07
» 143.4 KiB | 19.04.2007

  Neuchâtel 02.07
» 146.3 KiB | 19.02.2007